Neue Kunst am Bau des Fritz-Straßmann-Instituts JGU Mainz

Ein interessantes neue Kunstwerk entsteht gerade in Mainz, die „Künstlerische Ausgestaltung des Neubaus eines Labor- und Bürogebäudes für das Institut für Kernchemie auf dem Campus der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz“ durch die Künstlerin Veronika Olma (–> Kursangebote):

Ein partiell beleuchteter Glasboden im Foyer und Leuchtschrift über dem Eingang des Fritz-Straßmnn-Instituts in der JGU-Mainz. Fertigstellung 2022.

„walk the line – change the view“

Der Schriftzug „Ba“, der einer handschriftlichen Aufzeichnung von Fritz Straßmann entspricht, empfängt die Besucher. Über dem Eingangswinkel steht er in drei Meter Breite in leuchtenden Neonbuchstaben aus mundgeblasenen Glasröhren. Das Zeichen symbolisiert das Element „Barium“, das Fritz Straßmann chemisch analysierte und damit die Kernspaltung bewies.

„Der wußte Bescheid“, war sein handschriftlicher Kommentar in Sütterlinschrift in einem Albumblatt auf ein Wilhelm-Busch-Gedicht und ist nun zu Ehren des Chemikers in verschiedenen Größen (bis zu 50 cm lang) und an unterschiedlichen Orten im Gebäudeinneren als Folienschrift auf Glas und Beton zu finden.

Das Originalblatt wird gerahmt und wird im Institut hängen.

Nach einem kurzen Prolog durch die Sauberlaufzone des Eingangsbereichs betritt man einen Glasboden, der von unten mit 27 LED-Streifen – quer zur Laufrichtung – erleuchtet ist. Über diesen Boden ziehen sich unzählige, farbig gedruckte Linien. „Walk the line“ lädt ein, dieser Spur zu folgen, die sich zu einem farbigen Teppich aus unzähligen Diagrammen der Kernchemie und Phantasiediagrammen verdichtet und in verschiedene Räume führt. Am Ende des 25 m langen Ganges schließen die Linien nach einer starken Überlagerung ab.

Der Glasboden zieht sich noch ca. 6 m weiter hinaus in den Gartenbereich. Er erhält hier die Anmutung eines kleinen Sees von dem aus die Schwäne des Künstlers Adam Antes (Kunst am Bau aus den 60er Jahren) zu starten scheinen.
Wenn Ideen „Flügel“ erhalten, sich also erheben und ausbreiten können, dann haben zuvor Menschen gewissenhaft eine Spur verfolgt. Ein Perspektivenwechsel ist bei aufkommenden Fragen stets hilfreich, will man zur Erkenntnis gelangen. Zum Beispiel, wenn man – wie Fritz Straßmann – das entscheidende Rätsel lösen will, warum Radium nicht Radium ist, sondern Barium.

Modell: Shakti Paqué