Kunstwerkstatt Olma – Malkurse im Kloster

INTERVIEW MIT VERONIKA OLMA
Malkurse im Kloster mit Tempera Farben

 Malkurse im Kloster Veronika Olma1. Ihre Kurse finden oft in Klöstern statt. Ist das „einfach modern“ oder was macht für Sie den besonderen Reiz aus in einem Kloster zu malen?
Die Idee, in einem Kloster Kurse zu veranstalten, ging von dem Bruder meines Partners Wolfgang Lösters aus, der damals der Leiter eines Klosters in Zell am Harmersbach war. Er hatte bei uns in Enkenbach im Jahre 2006 selbst einen Malkurs besucht und kam daraufhin auf die Idee, diese Kurse auch in „seinem“ Kloster anzubieten. Wir veranstalten in diesem Kapuzinerkloster nun schon seit exakt 10 Jahren im 50sten Wochenkurs (!) Workshops in Malerei und seit diesem Jahr auch in der Zeichnung. Die Kurse sind nicht religiös angelegt und richten sich an Menschen, die Interesse an der Malerei haben und eine Woche lang weg wollen aus der Hektik des Alltags. Das Kapuzinerkoster in Zell am Harmersbach ist ein schlichtes „Haus der Begegnung“, mit einem schönen Klostergarten, einer riesigen Malhalle, inmitten des prächtigen Schwarzwaldes. Also Entspannung pur. So ist es auch bei unseren Kursen in der Kreativwerkstatt des Klosters Hegne. Malen in wunderbaren, großen Räumen, inmitten herrlicher Landschaften. Klöster scheinen prädestiniert zu sein für diese Vorgaben?

Malkurse im Kloster Veronika Olma2. Sie bieten Kurse mit dem Titel „Malen mit Tempera“ an. Was genau kann ich mir darunter vorstellen?
Das Wort „Tempera“ stammt vom lateinischen Verb „temperare“ und bedeutet „mischen, schonen, mäßigen“. Das „richtige“ Maß finden für zwei unterschiedliche Flüssigkeiten, die nicht ohne Weiteres vermischt werden können. Hier: Öl und Wasser. Ich war selbst eine leidenschaftliche Ölmalerin, hatte aber selbst immer Probleme wegen der ätzenden Lösungsmittel. Als ich selbst vor 35 Jahren die Eitempera kennenlernte, war mir klar, dass ich damit mein Bindemittel gefunden hatte. Seither arbeite ich mit Pigmenten (Farbpulvern) und rühre mit der selbstgemachten Mischung aus Hühnerei, Leinölfirnis und gewöhnlichem Leitungswasser meinen Kleber für dieses Pulver an. Das Lösungsmittel für Farben und Pinsel bleibt im unoxidierten Zustand das Wasser, was in der Kombination mit Acryl und anderen Bindemitteln reizvolle und virtuose Malerei zuläßt, die ich gerne in meinen Kursen vermitteln möchte.

Malkurse im Kloster Veronika Olma3. Warum arbeiten Sie so gern in dieser Technik und warum sollte ich sie lernen?
Das Malen mit Pigmenten und unterschiedlichen Bindemitteln ist preiswerter, ursprünglicher, direkter, ungefilterter und praktischer als das Malen aus Tuben und Flaschen. Es trocknet niemals eine Farbe ein, weil sie selbst trockenes Pulver ist. Eitempera ist kinderleicht selbst herzustellen. In der Kombination mit anderen Bindemitteln ist sie so virtuos, wie es andere Farben – meiner Meinung nach – nicht können.

Malkurse im Kloster Veronika Olma4. Sollten Ihre Teilnehmer besondere Kenntnisse mitbringen?
Nein. Jeder und Jede ist willkommen. Ich richte mich in den Kursen sehr individuell auf die bereits bestehenden Fähigkeiten und Kenntnisse ein. Individuelle Beratung, Anleitung zur künstlerischen Weiterentwicklung bilden die Basis meiner Kurse.

Wir sprachen mit Veronika Olma im Februar 2017 im Kloster Hegne.

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www.kunstwerkstatt-olma.de

 

Malreisen mit Marie-Hélène H-Desrue

Auf den Spuren von Künstlern mit Marie-Hélène H-Desrue
MALEN UND SKIZZIEREN AUF MALREISEN

Seit 20 Jahren bietet die Künstlerin  Marie-Hélène H-Desrue  (Dipl. der Akademie der Künste Berlin) neben  ihrer Künstlerischen Arbeit Malreisen zu besonderen Orten an. Sie arbeitet in ihrem Atelier in Karlsruhe und hat einen Lehrauftrag für Freihand-zeichnen  an der Universität Karlsruhe (KIT).
Wenn die Teilnehmer auf den Spuren von Matisse, Turner und Monet wandeln, kommen sie  dem künstlerischen Trieb und der Arbeitsdisziplin der Kunstschaffenden näher. Mit dem Skizzenbuch in der Hand wird auf das schnelle  Arbeiten  in der „Ekstase des ersten Sehens“ (Kirchner) Wert gelegt.
Die Malgruppe arbeitet in der Natur vor dem Motiv. Verschiedene Techniken können erlernt oder vertieft werden. Die Teilnehmer können von dem kunsthistorischen Wissen genauso profitieren wie von den praktischen künstlerischen Erfahrungen der Kursleiterin. Kommunikation, Spontanität, Wärme, Fröhlichkeit, Witz, prägen die Atmosphäre ihrer Malreisen .Die Unterbringung mit Halbpension erfolgt in charman-ten, komfortablen Hotels mit „Seele“. Die Malreisen sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene, die neue Impulse suchen, geeignet.

Marie-Hélène H-DesrueTERMINE:

Mit dem Skizzenbuch durch Venedig 21.- 26.06.2017
Malen in einer Villa der Medici in der Toskana 08.-15.07.2017
Malen in einer historischen Villa am Comer See 26.-30.07.2017
Malen in einem Schloss am Fuße der Pyrenäen 10.-16.09.2017

INFOS:

Tel. (+49) 0172 7240514
www.h-desrue.com

 

Brigitte Guhle – Portraitistin

BRIGITTE GUHLE – PORTRAITISTIN

Brigitte Guhle arbeitet seit vielen Jahren als Portraitistin, das heißt, sie malt, zeichnet und fotografiert Menschen. Seit Mitte der Neunziger Jahre bietet sie auch Mal- und Zeichenkurse auf diesem Gebiet an, zunächst Wochenendworkshops mit dem Schwerpunkt Akt- und Portraitzeichnen und seit einigen Jahren
auch Kreativreisen in die Toskana, nach Venedig, nach Ligurien, in die Provence und in die Cinque Terre. Im Sommer finden die Malkurse in Masuren und in Dänemark statt. Sie war von 2012 bis 2016 Dozentin an der Städelschule Frankfurt. Immer steht bei Brigitte Guhle der Mensch im Vordergrund. Ob als Kursteilnehmer oder als Motiv. Denn was kann es Interessanteres geben, als sich der größten Herausforderung in der Kunst zu stellen: Das tiefe Geheimnis des menschlichen Gesichtes zu entschlüsseln und festzuhalten?
Das Kursangebot richtet sich nicht nur an geübte Künstler, sondern auch – und vor allem – an Menschen, die am Malen und Zeichnen Spaß haben, sich aber nicht für genügend begabt halten, um ihre Kreativität auszuleben.

Brigitte GuhleINTERVIEW:

Warum interessieren sich im Zeitalter der Handykamera so viele Menschen fürs Portraitieren?
Es ist schon seit einigen Jahren zu beobachten, dass parallel zur  rasenden Weiterentwicklung der Technologie und der perfektionierten maschinellen Herstellung von Waren eine starke Sehnsucht nach handgearbeiteten Dingen gewachsen ist. Eine Fotokamera ist eine Maschine, die niemals das wiedergeben kann, was wir mit unserem Auge und unserer Intuition erfassen können. Wenn man einen Menschen fotografiert, hält man den Bruchteil einer Sekunde von ihm fest. Bildet man den Menschen mit Stift und Papier ab, dauert das wesentlich länger. Und auch wenn man nicht weiter darüber nachdenkt, wird doch der Mensch vom Unterbewusstsein des Zeichners instinktiv erkannt und erfasst. Außerdem bringt der Künstler sich selbst mit ein, seine Art der Linienführung, sein Temperament, seine seelische Verfassung. Eine Portraitzeichnung ist das Ergebnis einer intensiven, nonverbalen Kommunikation zwischen Künstler und Modell.

Was erwartet den Kursteilnehmer bei Ihren Kursen?
Viele Menschen möchten ihre Umwelt abbilden können. Das geht gut mit einem Fotoapparat, viele möchten jedoch gern tiefer in die Materie eindringen. Aber gerade das Portraitieren wird von vielen als zu schwierig erachtet. Dabei ist es recht einfach, wenn man verstanden hat, wie man zu schauen hat. Ich versuche, den Teilnehmern dieses Sehen des Künstlers beizubringen. Das geschieht zum Teil mit ungewöhnlichen Methoden. Im Grunde ist es gleichgültig, ob man eine Vase, ein Gebäude oder einen Menschen abbildet. Die Proportionen müssen stimmen. Und das kann man üben. Ich lege großen Wert auf eine freundschaftliche Atmosphäre in meinen Kursen, denn nur wer entspannt ist, kann in den sogenannten Flow kommen, was bedeutet, dass man ganz in einer Sache aufgeht. Wenn man das geschafft hat, lernt man wie von selbst. Auch das angeblich so trockene Zeichnen  kann also ganz viel Spaß machen.

Wo finden Ihre Kurse statt?
Ich biete Wochenendkurse in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz an. Meine einwöchigen Kreativreisen finden an den schönsten Plätzen Europas statt: Venedig, Toskana, Ligurien, Provence, Insel Fünen und Nordjütland in Dänemark und schließlich in Masuren, dem alten Ostpreußen. Ich versuche immer, besonders schöne Veranstaltungsorte zu finden. Denn die Kurszeit soll die Teilnehmer aus dem Alltag herausführen und ihnen ermöglichen, sich mittels der künstlerischen Arbeit als einen neuen Menschen kennenzulernen.

Welche Vorkenntnisse sollten die Kursteilnehmer mitbringen?
Bei den Teilnehmern werden keine Vorkenntnisse  vorausgesetzt. Es ist mir sogar lieber, wenn sie sich noch nicht allzu intensiv mit dem Zeichnen oder dem Portraitieren beschäftigt haben. Denn wenn man etwas falsch gelernt hat, ist das nur mit Mühe wieder auszumerzen. Die meisten Zeichenanfänger gehen viel zu gebremst an die Sache heran. Sie meinen, alles ausmessen und in Felder einteilen zu müssen. Bei mir lernt man natürlich auch, wie man Proportionen einhält, aber zunächst arbeitet man ganz locker und eher intuitiv. Zur Kontrolle dann nachmessen ist okay. Mit der Zeit wird das Gehirn die Größenverhältnisse dann ganz automatisch erkennen, das ist eine reine Übungssache wie Klavierspielen.  Vorher zu viel zu denken und zu planen ist beim Zeichnen eher kontraproduktiv. Die wichtigste Voraussetzung, um bei mir einen Kurs mitzumachen, ist das Interesse am Zeichnen und an Menschen.

Brigitte GuhleTERMINE:
Malen und Zeichnen in Venedig 18.03. – 25.03.2017 | 25.03. – 01.04.2017
Krebsmühle Oberursel: Grundlagen Zeichnen 08.04. – 09.04.2017
Malen und Zeichnen in der Toskana 06.05. – 13.05.2017 | 23.09. – 30.09.2017
Malen und Zeichnen in der Provence 20.05. – 27.05.2017
Malen und Zeichnen in Masuren 23.06. – 30.06.2017
Malen und Zeichnen in Liselund auf Fünen 15.07. – 22.07.2017 | 22. – 29.07.2017
Brigitte GuhleMalen und Zeichnen in Nordjütland 05.08. – 12.08.2017
Malen und Zeichnen in Ligurien und den Cinque Terre 07.10. – 14.10.2017

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www.brigitteguhle.de

 

 

Atelier Bunter Jakob

DAS ATELIER BUNTER JAKOB IN DER BERLINISCHEN GALERIE

Das Atelier Bunter Jakob ist ein ganz besonderer Ort: Direkt im Museum gelegen, bietet es Kindern und Jugendlichen Raum für kreative Arbeit. Ob Workshops, Offene Ateliers, Ferienprojekte oder Geburtstagsparties – alles beginnt in der Ausstellung. Gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern wird diskutiert, was Kunst eigentlich ist und was sie mit uns zu tun hat. Im Atelier werden Ideen umgesetzt, mit Farben, Formen und Materialien experimentiert, gemalt und gedruckt, Farben gekocht, ein Trickfilm gedreht und vieles mehr. Die Programme im Atelier Bunter Jakob werden von Jugend im Museum e. V. für die Berlinische Galerie entwickelt und durchgeführt.

Berlin | Berlinische Galerie

www.jugend-im-museum.de oder www.berlinischegalerie.de

Atelier Bunter Jakob
Foto: Barbara Antal