Brigitte Guhle

Brigitte Guhle – Portraitistin

BRIGITTE GUHLE – PORTRAITISTIN

Brigitte Guhle arbeitet seit vielen Jahren als Portraitistin, das heißt, sie malt, zeichnet und fotografiert Menschen. Seit Mitte der Neunziger Jahre bietet sie auch Mal- und Zeichenkurse auf diesem Gebiet an, zunächst Wochenendworkshops mit dem Schwerpunkt Akt- und Portraitzeichnen und seit einigen Jahren
auch Kreativreisen in die Toskana, nach Venedig, nach Ligurien, in die Provence und in die Cinque Terre. Im Sommer finden die Malkurse in Masuren und in Dänemark statt. Sie war von 2012 bis 2016 Dozentin an der Städelschule Frankfurt. Immer steht bei Brigitte Guhle der Mensch im Vordergrund. Ob als Kursteilnehmer oder als Motiv. Denn was kann es Interessanteres geben, als sich der größten Herausforderung in der Kunst zu stellen: Das tiefe Geheimnis des menschlichen Gesichtes zu entschlüsseln und festzuhalten?
Das Kursangebot richtet sich nicht nur an geübte Künstler, sondern auch – und vor allem – an Menschen, die am Malen und Zeichnen Spaß haben, sich aber nicht für genügend begabt halten, um ihre Kreativität auszuleben.

Brigitte GuhleINTERVIEW:

Warum interessieren sich im Zeitalter der Handykamera so viele Menschen fürs Portraitieren?
Es ist schon seit einigen Jahren zu beobachten, dass parallel zur  rasenden Weiterentwicklung der Technologie und der perfektionierten maschinellen Herstellung von Waren eine starke Sehnsucht nach handgearbeiteten Dingen gewachsen ist. Eine Fotokamera ist eine Maschine, die niemals das wiedergeben kann, was wir mit unserem Auge und unserer Intuition erfassen können. Wenn man einen Menschen fotografiert, hält man den Bruchteil einer Sekunde von ihm fest. Bildet man den Menschen mit Stift und Papier ab, dauert das wesentlich länger. Und auch wenn man nicht weiter darüber nachdenkt, wird doch der Mensch vom Unterbewusstsein des Zeichners instinktiv erkannt und erfasst. Außerdem bringt der Künstler sich selbst mit ein, seine Art der Linienführung, sein Temperament, seine seelische Verfassung. Eine Portraitzeichnung ist das Ergebnis einer intensiven, nonverbalen Kommunikation zwischen Künstler und Modell.

Was erwartet den Kursteilnehmer bei Ihren Kursen?
Viele Menschen möchten ihre Umwelt abbilden können. Das geht gut mit einem Fotoapparat, viele möchten jedoch gern tiefer in die Materie eindringen. Aber gerade das Portraitieren wird von vielen als zu schwierig erachtet. Dabei ist es recht einfach, wenn man verstanden hat, wie man zu schauen hat. Ich versuche, den Teilnehmern dieses Sehen des Künstlers beizubringen. Das geschieht zum Teil mit ungewöhnlichen Methoden. Im Grunde ist es gleichgültig, ob man eine Vase, ein Gebäude oder einen Menschen abbildet. Die Proportionen müssen stimmen. Und das kann man üben. Ich lege großen Wert auf eine freundschaftliche Atmosphäre in meinen Kursen, denn nur wer entspannt ist, kann in den sogenannten Flow kommen, was bedeutet, dass man ganz in einer Sache aufgeht. Wenn man das geschafft hat, lernt man wie von selbst. Auch das angeblich so trockene Zeichnen  kann also ganz viel Spaß machen.

Wo finden Ihre Kurse statt?
Ich biete Wochenendkurse in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz an. Meine einwöchigen Kreativreisen finden an den schönsten Plätzen Europas statt: Venedig, Toskana, Ligurien, Provence, Insel Fünen und Nordjütland in Dänemark und schließlich in Masuren, dem alten Ostpreußen. Ich versuche immer, besonders schöne Veranstaltungsorte zu finden. Denn die Kurszeit soll die Teilnehmer aus dem Alltag herausführen und ihnen ermöglichen, sich mittels der künstlerischen Arbeit als einen neuen Menschen kennenzulernen.

Welche Vorkenntnisse sollten die Kursteilnehmer mitbringen?
Bei den Teilnehmern werden keine Vorkenntnisse  vorausgesetzt. Es ist mir sogar lieber, wenn sie sich noch nicht allzu intensiv mit dem Zeichnen oder dem Portraitieren beschäftigt haben. Denn wenn man etwas falsch gelernt hat, ist das nur mit Mühe wieder auszumerzen. Die meisten Zeichenanfänger gehen viel zu gebremst an die Sache heran. Sie meinen, alles ausmessen und in Felder einteilen zu müssen. Bei mir lernt man natürlich auch, wie man Proportionen einhält, aber zunächst arbeitet man ganz locker und eher intuitiv. Zur Kontrolle dann nachmessen ist okay. Mit der Zeit wird das Gehirn die Größenverhältnisse dann ganz automatisch erkennen, das ist eine reine Übungssache wie Klavierspielen.  Vorher zu viel zu denken und zu planen ist beim Zeichnen eher kontraproduktiv. Die wichtigste Voraussetzung, um bei mir einen Kurs mitzumachen, ist das Interesse am Zeichnen und an Menschen.

Brigitte GuhleTERMINE:
Malen und Zeichnen in Venedig 18.03. – 25.03.2017 | 25.03. – 01.04.2017
Krebsmühle Oberursel: Grundlagen Zeichnen 08.04. – 09.04.2017
Malen und Zeichnen in der Toskana 06.05. – 13.05.2017 | 23.09. – 30.09.2017
Malen und Zeichnen in der Provence 20.05. – 27.05.2017
Malen und Zeichnen in Masuren 23.06. – 30.06.2017
Malen und Zeichnen in Liselund auf Fünen 15.07. – 22.07.2017 | 22. – 29.07.2017
Brigitte GuhleMalen und Zeichnen in Nordjütland 05.08. – 12.08.2017
Malen und Zeichnen in Ligurien und den Cinque Terre 07.10. – 14.10.2017

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www.brigitteguhle.de